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Was haben wir von der neuen konservativen Regierung in Sachen Immigration
zu erwarten?
Wahlen und Wartezeiten
Nach Jahren ist wieder eine konservative Partei am Ruder in Kanada. Ich habe
verschiedene Fragen erhalten - bewegt vom Optimismus, dass jetzt alles
besser wird, bis zu Ängsten, dass die Konservativen die Immigration
einschränken wollen.
Wie bereits im letzten Artikel beschrieben, ist die Immigration in Canada
etwas eine heilige Kuh, und alle Parteien haben sich fast identischen Zielen
zur Förderung der Einwanderung verschrieben. Die Konservative Partei
kritisierte die bisherige Immigrationspolitik der liberalen Regierung
mit starken Worten, der
konservative Plan besteht aber nur aus drei Elementen:
(1) Reduzierung der 'Landing Fee' von gegenwärtig $975 pro erwachsene Person
auf die Hälfte (weshalb eine wirtschaftsorientierte konservative Partei hier
das Verursacherprizip der Kosten verringern will ist eigentlich niemandem so
ganz klar, und wir werden sehen, ob dieses Wahlversprechen auch umgesetzt
wird);
(2) Weiterführung des von den Liberalen begonnenen Programms für die
Verbesserung der Anerkennung von Berufsabschlüssen aus dem Ausland - auch
hier Vorbehalte, wenn man zum Beispiel bedenkt, dass die Immigrationsbehörde
europäische Lehren momentan generell nicht anerkennt und dies mit einem
Federstrich selber tun könnte, aber scheinbar lieber mit der Schaffung einer
neuen Zentralstelle ins politische und bürokratische Ramplenlicht treten will;
(3) Sofortige Verleihung des Bürgerrechts (und nicht nur permanente
Einwanderung) für ausländische Kinder, die von kanadischen Eltern adoptiert
worden sind.
Etwas flankierend zur Einwanderung steht die bevorstehende Änderung in der
Sicherheitspolitik, dass Personal an der Grenze in Zukunft bewaffnet werden
soll.
Dieser 'neue Einwanderungsplan' Kanadas heisst also im Klartext ungefähr: Im
Westen nichts Neues.
Dazu muss man auch verstehen, dass die Konservativen eine
Minderheitsregierung bilden und sich kaum getrauen, sofort grosse Änderungen
vorzunehmen. Obwohl hier niemand schon wieder eine Neuwahl will, kann
die Regierung von den anderen Parteien jederzeit wieder durch einen
Nicht-Vertrauensantrag gestürzt werden.
Das Einwanderungssystem ist aber nicht ohne Änderungen
geblieben. Die Wartezeiten haben sich deutlich
verlängert. Bei einer jährlichen Einwanderungsquote von knapp 250'000
ist die Warteschlange wiederum auf etwa 700'000 angestiegen, und Botschaften
wie Paris geben nun durchschnittliche Wartefristen für ein
Einwanderungsgesuch von fast 5 Jahren zu. Berlin ist etwas schneller, und
die meisten Gesuche sollen in etwa 4 Jahren entschieden werden.
Für Einwanderer wird es damit immer wichtiger, flankierende Massnahmen
einzusetzen. Mit professioneller Vorbereitung und Repräsentierung eines Gesuches
können Verzögerungen wegen Nachfragen der Behörden reduziert werden. Die grössten
Abkürzungen sind aber möglich, wenn man eine Einwanderung mit einem
Stellenangebot verbinden kann, und die entsprechend richtigen Wege zur
Bearbeitung wählt und effizient angeht.
Wohin bewegt sich denn das ganze Einwanderungssystem? Eine offene Frage,
wenn man bedenkt, dass die Regierung bei steigendem Andrang die jährliche
Einwanderungsquote praktisch konstant hält, und realistischerweise auch kaum
stark anheben kann. Eigentlich muss dies zwangsläufig
zu einer Krise führen, und somit wohl auch zu drastischen Veränderungen.
Viele Beobachter nehmen an, dass die Konservativen den Plan haben, sich
zunächst einmal möglichst unauffällig zu verhalten und keine Kritik zu wecken,
damit sie bei den nächsten Wahlen in 3-4 Jahren eine Mehrheitsregierung
erhalten. Danach könnten massive Änderungen eintreten.
Zusätzlich regt sich langsam Kritik in der kanadischen Bevölkerung über die
Schwerfälligkeit des Einwanderungssystems. Während in Regionen mit starkem
Wachstum nicht genügend Arbeitskräfte da sind, beginnt sich an vielen
Orten eine gewisse Sättigung im Stellenmarkt abzuzeichnen. Kritiker fordern
zum Beispiel ein System, welches nicht einfach Tür und Tor öffnet, sondern
temporäre Arbeitsvisen erleichtert aber erst nach einigen Jahren erwiesenen Bedarfs auch eine
permanente Niederlassungsbewilligung erteilt. Andere sehen ein Lotterie-System
wie in den USA als die einzig machbare Lösung.
Auf die sich langsam anbahnende Krise im Einwanderungssystem, die
Konsequenzen für den Einzelnen, und einige spezifische Anliegen, welche ich
in unserem Berufsverband und mit Politikern verfolge, werde ich im nächsten
Artikel eingehen.
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Kanadische
Nachrichten: Im Gegensatz zu den USA hat
Kanada eine staatliche Radio- und Fernsehgesellschaft, und weitere private
Sender.
Gute Nachrichten erhält man in Kanada durch die sehr
populäre CBC (Canadian Broadcasting
Corporation) - auch mit guten online Artikeln und video clips.
Eine weitere Quelle für gute online Nachrichten sind die
grossen Zeitungen
'National Post' und
'Globe and Mail'.
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