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Ankündigung der neuen konservativen Regierung im Mai 2006:


Senkung der Einwanderungsgebühren
und andere Neuerungen


Die Konservative Partei hat nun begonnen, ihre Wahlversprechen zu erfüllen:

(1) Mit sofortiger Wirkung wird die 'Landing Fee' von gegenwärtig $975 pro erwachsene Person auf $490 reduziert.  Dies macht also Ersparnisse von rund $500 pro erwachsenen Bewerber aus, und fast $1'000 pro Familie. Weshalb eine wirtschaftsorientierte konservative Partei hier das Verursacherprizip der Kosten verringern will, wenn die effektiven Kosten der Steuerzahler auf über $30'000 pro Immigrant geschätzt werden, ist vielleicht etwas weniger klar, aber dies ist auf jeden Fall 'good news' für neue Immigranten nach Canada!
 
(2) Weiter erwartet wird die sofortige Verleihung des Bürgerrechts (und nicht nur permanente Einwanderung) für ausländische Kinder, die von kanadischen Eltern adoptiert worden sind.

(3) Als zusätzliche Massnahme dürfen Studenten ab sofort Teilzeitarbeit auch weg vom Campus ausführen, und während der Sommerferien darf man als internationaler Student nun auch Vollzeit irgendwo im Land arbeiten. Bedingung: die Schule muss öffentlich anerkannt sein und zu einem Abschluss führen (gilt also nicht für Englisch-Schulen). Dies ist ein grosser Schritt und eine sehr positive Neuerung - dies hilft internationalen Studenten nicht nur mit den steigenden Studienkosten in Canada, sondern erlaubt auch praktische Arbeitserfahrung vor Ort. Dies ist ungeheuer wichtig, wenn man länger in Canada bleiben will - ohne Stellenangebot nach dem Studium kann man kaum hier bleiben, weil es selbst für qualifizierte Bewerber eine jahrelange Wartezeit in der Immigrationsschlange gibt.

In den nächsten 6-8 Monaten mögen sich andere Aenderungen ergeben. Die Verwaltung ringt mit einem Inventar von etwa 800'000 Einwanderungsbewerbungen, und ist schlichtweg überfordert. Statt diese Problem an der Wurzel zu packen, sieht es so aus, als ob weiterhin kosmetische Mittel eingesetzt werden, um eine Krise etwas weiter hinauszuschieben.

Von informierten Kreisen unseres Berufsverbandes CAPIC, welche an Planungssitzungen als Interessegruppe teilnehmen, hört man von der Möglichkeit eines 'Streamlining' der Einwanderungsgesuche, welche auf eine Reduktion der Anmeldungsformalitäten hinzielt, bis man dann einige Jahre später zum Einsenden von detaillierten Dokumenten eingeladen wird.

Die andere mögliche Konsequenz ist das Anheben der minimalen Punktzahl fuer Skilled Workers. Die neuen Gesetze von 2002 haben dem Minister die Macht zum Auf- und Zudrehen dieses Wasserhahns leicht gemacht. Meiner Ansicht nach ist dies keine Lösung des Problems, und hat den sehr unangenehmen Effekt, dass unwesentliche Randbedingungen dann schlussendlich bestimmen, wer nach Canada kommen darf. Wenn alle ähnlich qualifiziert sind, mag dies ein etwas besserer Tag am Englisch-Test sein, oder die entfernte Tante in Montreal.

Mein Rat für alle, welche sich eine Einwanderung nach Canada ernsthaft überlegen, ist im Moment der Tip, sich entweder bald zu bewerben oder in Kombination mit einem Stellenangebot vorzugehen.

Auf die sich langsam anbahnende Krise im Einwanderungssystem, die Konsequenzen für den Einzelnen, und einige spezifische Anliegen, welche ich in unserem Berufsverband und mit Politikern verfolge, werde ich in einem nächsten Artikel eingehen.
 
 

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