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Neue Entwicklungen

Paris und Berlin: Schub in den Wartezeiten?

Nachdem die Wartezeiten für eine Einwanderung nun um die 5 Jahre betragen können, hat sich plötzlich etwas bewegt.  Die kanadische Botschaft in Paris hat neue Initiativen ergriffen, und ein neuer Lichtblick zeigt sich am Horizont.

Paris scheint einen massiven Effort gemacht zu haben, das bestehende Inventar von Gesuchen in der Warteschlange  abzubauen.  Fast kanonenartig sind Gesuche in die Entscheidungsphase geschoben worden.  Dabei werden vollständige Revisionen der Gesuche verlangt, damit die Botschaft die Aufdatierungen nicht mehr selbst machen muss.

Die neueste Welle scheint nicht nur von der Reihenfolge der Gesuche in der Warteschlange abzuhängen, sondern auch vom Potential ein Gesuch möglichst schnell per Ablehnung oder Bewilligung vom Tisch zu wischen.

Das Inventar von Gesuchen bei der kanadischen Botschaft in Paris ist nun massiv abgebaut worden. Wenn man gemäss der juristischen Publikation Lexbase das bestehende Inventar für eine Schätzung in die Zukunft nimmt, dann würde man nur noch eine Wartezeit von 1.6 Jahren für einen Skilled Worker erwarten.

Was ist passiert?  Die kanadischen Visa Offices an den Botschaften hatten vermehrt mit der 'Pflege des Inventars' zu tun.  Stellen Sie sich vor: jede Änderung, etwa im Arbeitsplatz oder jedes neue Kind, muss gemeldet und vom Personal der Botschaft dem Gesuch in der Warteschlange angefügt werden. Viel Energie war damit verpufft worden, einfach nur die wartende Gesuche aufzudatieren.  Wie eine zunehmende Schuldlast frass die Betreuung der Warteschlange fast alle Bemühungen auf.

Deshalb wurden vor kurzem 'Vereinfachte Einwanderungs-gesuche' eingeführt.  Die Idee dahinter ist folgende: man bewirbt sich zuerst ohne Details nur für eine 'Nummer in der Warteschlange', und damit entfallen die Aufdatierungen der Gesuche für die Botschaft.  Wie in einem anderen Speziellen Bericht erklärt, muss man sich aber bewusst sein, dass es sich dabei trotz Regierungspropaganda nur um eine Vereinfachung für die Verwaltung handelt. Für den Kandidaten besteht ein Mehraufwand. Auch kann die Illusion entstehen, es sei nun einfacher mit der Einwanderung geworden, und es folgt dann der massive Stress wenn mit kurzem Termin ein vollständiges und überzeugendes Gesuch verlangt wird (möglicherweise zu einer Zeit wenn man auch sonst stark belastet ist).

Was ist die Prognose?  Im Moment ungewiss.  Der massive Abbau von Inventar ist ein Lichtblick und gibt neue Hoffnung.  Bei der neuen projezierten Bearbeitungszeit von 1.5 Jahren ist etwas Vorsicht geboten.  Es ist einfach massenweise Aufgebote an Gesuchsteller zu verschicken, in denen praktisch eine Neueingabe verlangt wird.  Diese Gesuche dann auch fertig abzuwickeln ist eine andere Sache.

Wie sieht es mit Berlin und anderen Botschaften aus?  
Die Tendenz der Wartezeiten ist sonst an den meisten Orten steigend und übereinstimmend in dieser Tendenz. Berlin zeigt wachsende Wartezeiten.  Das weltweite Gesamtbild der kanadischen Einwanderung ist nach wie vor eine Situation der Sättigung, oder in anderen Worten, 'zu hohe Nachfrage und nur eine beschränkte Anzahl Plätze'.  Kosmetik in der Effizienz der Bearbeitung ändert nichts an diesen langfristigen Entwicklungen, welche wir im im letzten
Speziellen Bericht etwas genauer aufzeigten.

Schlussfolgerung:  Prognosen mit Wartezeiten sind im Moment schwierig, vor allem für die Botschaft in Paris. Ein Lichtblick besteht. Hoffen wir auf fruchtbare Ergebnisse der Neuerungen.

Christoph Rohner
 
 

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